igenos stellt genossenschaftliche Selbstverwaltung in Frage

Es kann nicht sein, dass Genossenschaftsverbände die Souveränität der Genossenschaften in Frage stellen und sich in die Geschäftspolitik einmischen.  Wenn eine Genossenschaft von einem Verband geprüft wird und der Verband gleichzeitig als Berater auftritt, wird es schwierig. Eine Trennung der Wirtschaftsprüfung und der Überprüfung des Förderauftrags sind sinnvoll. Das staatliche Prüfungsmonopol und die Zwangsmitgliedschaft in einem Prüfungsverband  hat der Genossenschaftsidee nicht gut getan. Es geht nicht darum die Staatsaufsicht zu verschärfen. Die genossenschaftliche Selbstverwaltung benötigt eindeutige Leitplanken, die auch von den Betroffenen, d.h. den Genossenschaftsmitgliedern selbst festgelegt werden.
Vor diesem Hintergrund wurde auch der MMW-CoopGo Spitzenverband gegründet.

igenos e.V.,  eine bundesweit tätige  Interessengemeinschaft  der Genossenschaftsmitglieder und Mitinitiator der CoopGo Bewegung. Unterschiedliche Arbeitsgruppen haben sich in diversen  Fachveröffentlichungen und Internet Portalen mit der Entmündigung der Genossenschaftsmitglieder durch die Genossenschaftsorganisation befasst.
Die als UNESCO  Weltkulturerbe ausgezeichnete Genossenschaftsidee  hat demnach wenig mit der Realität zu tun. Laut igenos wurde die demokratische Selbstverwaltung durch die Mitglieder – also Genossenschaft von unten – systematisch abgeschafft.

Das von dem Naziregime 1934 eingeführte „top down“ Führerprinzip – ein autoritärer Führungsstil von oben – wurde dagegen immer weiter ausgebaut. Begünstigt durch die traditionell guten Beziehungen zur Politik führte die  „Selbstermächtigung“ der Genossenschaftsverbände zu einer kompletten Verselbstständigung der genossenschaftlichen Selbstverwaltung. Das Mitglied “Genosse” wird zum Statist. Die “Genossen” werden nur noch benötigt um die Rechtsform Genossenschaft zu legitimieren. Das Besondere an der Rechtsform Genossenschaft ist das Gemeinschaftseigentum. Das bedeutet der einzelne Genosse ist nicht am Wertzuwachs seiner Genossenschaft beteiligt, es sein denn die Genossenschaft wird aufgelöst.

Die Genossenschaftsorganisation finanziert einen mehrstufigen Verwaltungsapparat, deren Kosten alleine von den Mitgliedern getragen werden. Die Gegenleistungen sind erschütternd: Mangelhafte Transparenz, mangelhafte Vergütungssolidarität und mangelhafte Partizipation der Genossenschaftsmitglieder.
Hinzu kommt eine Verleumdung und Neuinterpretation des genossenschaftlichen Förderauftrags sowie ein völlig entartetes Demokratieverständnis. Was außerordentlich gut funktioniert ist die Vernetzung mit der Politik und die Lobby Arbeit .

igenos beschreibt die weitgehende, missbräuchlichen Nutzung des Rechtsmantel der eingetragenen Genossenschaft. Als Ergebnis dieser Analyse  setzt sich igenos für eine kooperative Wende und die CoopGo Bewegung ein. Es ist Zeit für einen Neuanfang, denn die Genossenschaftsidee entspricht dem Zeitgeist von Arbeiten 4.0.

Gerald Wiegner, Vorstand igenos e.V. Weiter Informationen auch unter genossenschaftswelt.de

Die folgen Beiträge der genonachrichten vertiefen das Thema:
Hintergrundinformationen: Genossenschaften und Sozialismus:
und Genossenschaften und das Gemeinwohl
igenos Arbeitspapier in guter Genossenschaft.
Wohnungsgenossenschaften: Mitglieder fordern Mitbestimmung.
Bankgenossenschaften: Die Übermacht der Verbände und der
perfekte Bankraub
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